Gebetswoche 2022

Gebetswoche 2022

Vom 19. bis 26. November findet die diesjährige Gebetswoche der Freikirche statt.

Wir feiern dazu am Anfang und am Ende der Gebetswoche zwei besondere Gebetsgottesdienste und greifen dabei auf die lebens- und alltagsnahen Themen des Innenheftes „Gebetswoche extra 2022“ zurück.

Über die Woche wird es mehrere digitale Angebote für die Berliner Adventgemeinden geben – weitere Infos erhältst du nur über den Newsletter. Hier gehts zu Anmeldung.

Das Lesungsheft kann hier über den Online-Büchertisch kostenlos heruntergeladen werden

Vorwort – Jüngerschaft und Gebet sind eng verwoben

Vorwort zur Gebetswoche 2022 von Johannes Naether und Werner Dullinger

Liebe Schwestern, liebe Brüder, liebe Freunde und Gäste,

die jährlich stattfindende Gebetswoche ist seit über hundert Jahren ein fester Bestandteil im Leben unserer Gemeinden. Wenn sich etwas so fest etabliert hat, reden wir von einer Tradition, die wir nicht mehr missen möchten, weil sie wie ein Familienmitglied einfach dazugehört. Wie bereitest du dich auf einen Gast vor, der nur einmal im Jahr zu Besuch kommt? Wir unterstellen uns an dieser Stelle gegenseitig nur das Beste und würden auf die Frage antworten: eine innere Freude, besondere Planung und Vorbereitung, ein herzliches Willkommen, freundli- che Aufmerksamkeit, Umarmung beim Abschied, verbunden mit Vorfreude auf die nächste Begeg- nung. Genauso dürfen wir mit der Gebetswoche umgehen, wenn sie eine lebendige Tradition in unserem Gemeindeleben ist. Ein schlichter Haken im Kalender und ein routiniertes „Weiter so“ – das würde die Gebetswoche zu einem punktuellen Ereignis im Jahr degradieren.

Traditionen entfalten ihre Lebendigkeit, wenn sie Ausdruck einer gelebten Normalität sind, d.h. unser Engagement in dieser geistlichen Zeit von sieben Tagen spiegelt unsere Spiritualität eines ganzen Jahres.

Die Entstehung der Gemeinde Antiochia (Apg 11,19–26) zählt zu den faszinierenden Berichten aus der Zeit der Apostel. Menschen packen ihre Habseligkeiten und flüchten aus Jerusalem, weil ihnen wegen der dortigen Verfolgung der Boden unter den Füßen zu heiß wird. Doch der Heilige Geist hat sie so fest im Griff, dass sie sich nicht einschüchtern lassen und in ihrer neuen Heimat ein unwiderstehli- ches Bekenntnis ihres Glaubens ablegen. Drei Dinge fallen auf, die einen direkten Weg in unsere Gegenwart finden:

  • „Sie predigten das Evangelium vom Herrn Jesus.“ (V. 20) Sie hatten nur Jesus, d.h. die Ver- kündigung der Apostel und ihre persönlichen Erfahrungen. Reicht das heute aus, um eine authen- tische Jüngerin Jesu zu sein? Das reicht, wenn wir einfach nur anfangen von Jesus zu reden und welche Bedeutung er in meinem Leben hat.
  • „Und die Hand des Herrn war mit ihnen, und eine große Zahl wurde gläubig …“ (V. 21) Gott ist stark und segnet das Reden, er segnet unseren natürlichen Umgang mit dem Evangelium. Darauf dürfen wir fest vertrauen. So schenkt er Wachstum – und Antiochia wird zu einem missionarischen Stützpunkt und Vorzeigeprojekt in der damaligen Welt.
  • „Als sie aber dem Herrn dienten und fasteten … und beteten und legten die Hände auf…“ (Kap.13,2-3) Dienen, fasten und beten, hier werden die Merkmale eines gesunden geistlichen Lebens in der jungen Gemeinde wie selbstverständlich praktiziert. Gern können diese Merkmale in- dividuell erweitert oder angepasst werden, sie sind als Lebenselixier jedoch unverzichtbar und veran- schaulichen, wie eng Jüngerschaft und Gebet miteinander verwoben sind.

Die Themen der Gebetswoche bieten eine gute Grundlage, um miteinander ins Gespräch und
vor allem ins Gebet zu kommen. Theorie und Praxis ergänzen sich sehr anschaulich und motivieren auch zu einem geistlichen Neustart. Sich auf diese Woche vorzuberei- ten, lässt schon Segen fließen und öffnet unsere Herzen. So werden unsere Gemeinden zu Orte des Friedens und der Heimat in einer unsteten und turbulenten Zeit.

Gott wird unter uns sein und uns mit seiner Gegenwart reich beschenken.

Johannes Naether,
Präsident des Norddeutschen Verbandes (links)
Werner Dullinger, 
Präsident des Süddeutschen Verbandes (rechts)